Narrenzunft Biberschwanz Bietingen e.V.

Valutinger Hau-Ruck Holzer

40 Jahre Valutinger Hau-Ruck-Holzer

Mir Holzer hond vosuecht e kleine Chronik vo de letzte 40 Johr zemme z'stelle.

Die erhebt keinesfalls de Aspruch uf Vollständigkeit oder hundertprozentige Richtigkeit, weil Vieles usem Gedächtnis hät gsammled wörre möse.

E paar Gründungsmitglieder hond sich scho viele Johr vor de Gründung zum Wecke am Schmutzige Dunschtig Morge troffe. Treffpunkt war bim Mohr Karle. Damals hond alle en blaue Toni und e rotes Halstuch a gha. E Johr später isch denn die wiess Zipfelmütze dezue kumme, demit me numme so an Grind gfrore hät.

D'Gründung vo de Valutinger Hau-Ruck-Holzer hät sich e längere Ziet hizoge.
Do hond immer wieder Gspröch zwischem Ewald Wirsch- em damalige Zunftmeister- em Werner Ruh und em Ludwig Egger stattgfunde.

Die erst öffentliche Teilnahm a de Fasnet und au de erst Uftritt am Biberschwanzgeflüster hät a de Fasnet 1979 stattgfunde.
Dürt hond mir des s'fascht scho vorgessene Holzerlied gsunge. De Text war vom Sigi Mayer uf die Melodie: "Die alten Rittersleut".

Die offiziell Gründung isch am 20.November 1979 im Gasthaus Kranz erfolgt.
Die Gründungsmitglieder wared:

Bortoli Ernst
Egger Ludwig
Frengele Josef
Graf Wolfgang
Mayer Sigi
Merz Hanspeter
Ruh Werner
Schnitzer Thomas
Unger Roland
Wider August


Voller Zuversicht hot die neue Vereinsgruppe im Johr 1979 denn en Tanz i de Mai voranstaltet- mit eme Granate Ergebnis: minus 74,38 DM!!
E Johr später hät de Tanz i de Mai denn e Plus vo 208,65 DM ibrocht.
Trotz dere 300%ige Gwinnsteigerung isch vo de Wieterführung vo dere Voranstaltung abgsehä worre.

S'erste richtige Häs vo de Holzer ab de Fasnet 1980 hät denn wie folgt usgsehä:
En schwarze Huet mit Biberschanz, e wiesses Hemd, en grüne Fuhrmannskittel. Dezue farblich abgstimmt e brune Cord-Kniebundhose, grüne Kniestrümpf und Haferlschueh.

Die gross Axt isch ab de Fasnet 1982 dezue kumme. S'rote Schultertuech ab de Fasnet 1984 und s'klei Äxtle ab de Fasnet 1985.

A de Stroßenfasnet 1981 hond d'Holzer e Seifekischterenne voanstaltet.
Bei dem Renne vom Wolfebuck abi, hond denn einige vo de Hobbyrennfahrer i de berühmt- berüchtigte Bohnenstengelkurve sieselbige numme ganz gschafft und send im Bach glandet.

Inspiriert vo dene ugewollte Stapelläuf, hond d'Holzer e Johr später die id minder legendäre Biberbootsfahrt is Lebe gruefe.
Aber au do send so manche Socke id trocke bliebe.

I de Folgejohr hond d'Holzer denn a de Strossefasnet ihrne bestens usgstattete Hoselbar ufbaut und betriebe.
Die Premierebar us Strohballe, hät sich allerdings id als bsunders widerstandsfähig erwise- en Schlaule us Gottmedinge hät gmonnt, er mös d'Bindeschnur mit sim Sackmesser ufschniede.

Bis 1984 isch de Narrenbom bim Kranz obe ufgstellt worre.
Des war mit einige Schwierigkeite vobunde:

Zum eine war do die eng Fahrt um de Lindebom- do hät me a paar mol fürsi und zruck möse, bis me drum ummi war, zum andere s'Werkzüg- mir hond bloss o kleine und o grosse Scher und suscht bloss Stichler zum Bomstelle gha.
Und zu Guter letscht, s'Narrebomloch- des war e simple Kanaldolle, wo immer on hät gucke möse, dass de Narrebom bis an Bode vo de Dolle abigrutscht isch.

Des isch i om Johr wohl eweng vopasst worre.
De Bom isch denn uff on Schlag en halbe Meter innigrutscht.

De Dolde hät guet 3 Meter gege de Beck usgschlage (isch Gott sei Dank id abbroche) und die ganze junge Möttere, wo mit ihrne Kinderwäge vorem Beck gstande send, heted bim Abirenne Richtung Bachbruck glatt en Olympia-Endlauf über 100 Meter gwunne.

Und, obwohl meist meh oder weniger Alkohol im Spiel war, es isch wundersamer Wies nie Öbis passiert, abgsehe vom Strölin Manni sim Dachkenner.

Durch de Umbau vom Awese Hubert Beil, hät me en neue Standort fürs Narrebomloch finde möse. Dä isch denn au a de Halle dobe vorem Gotsbert g'funde worre.
De Plan vom neue Hitech-Loch hät de Wolfgang Graf entworfe und D'Holzer honds selber baut.

Im Zug vo de Halleerwieterung hät aber au unser neu Narrebomloch weiche möse. Es isch vo sellem Bauunternehme als Ganzes ohne Schade usgegrabe worre und het denn am neue Standort wieder vosenkt sölle wörre.
Leider isch des Loch irgendwie verlore gange und war nicht mehr uffindbar. Inere Hau-Ruck Aktion hond de Dieter Berendes, de Sigi Mayer und ich usem Kopf en Plan fürs Narrebomloch entworfe.

S'besagte Bauunternehme häts genauso usgführt und oh Wunder... de Bom isch au nochher no genauso schäps gstande wie früher.
Viele Jahre hond d'Holzer de Narrebom am Schutzige Dunschtig Morge im Wald g'holt. Me hät denn so 4-6 Böm umdue, bis endlich emol Oner heil bliebe isch. 1981 isch au emol en Jägerstand de Fällaktion zum Opfer gfalle.
Nochem Bom- Umdue häts e Vesper am Lagerfür gäh. S'war, weme ehrlich isch, nie rät gmüetlich- vorne hät de Kittel dampft und hinne ischer am Füddle fascht agfrore.

D'Steig durab isches meischtens arschglatt gsi, wa mitunter für der Fahrer bedeutet hät, dass er de Karre mitem Bom hinnedra einfach hät renne loh.

Wehe dem, wo vorme Nochläufer gloffe isch.

De Vetter ka e Liedle devo singe. Dä isch nämlich mol akrobatisch vorem Nochläufer unterm Bom ghanged, weil er id schnell gnueg uf d'Siete ko isch.

Als denn d'Grundschuel wieder eröffnet worre isch und die Holzer am Schmutzige Dunschtig zur Schuel- Kindergarte- und Rothusbefreiung mitgange send, hot me de Bom scho am Mittwochobed umdue möse.
Anschließend häts au do wieder e zünftiges Vesper gäh. Desmol aber im Warme. So manch Einer hät die Nacht denn durchgmacht und dementsprechend am andere Tag au usgsehe. Aber des hät au nochlo.

1989 isch üsern Narrebomgwinner us Lüdenscheid ko. Des war de Emil, de Schwoger vom Frengele Josef. Und mir honds üs natürlich id nemme lo, ihm de rieselange Bom, i Meterstuck vosäged, persönlich vorbeizubringe.
Uf dere Fahrt im ICE Grossraumwagon hond mir Filmstars us de Lindestross troffe, e Kloschüssel isch zu Bruch gange, de Zugabteilkellner isch wahnsinnig worre, e paar vo üs send uf de Lok mitgfahre und Onner sogar im Gepäcknetz- do dät dä hüt aber au numme innipasse- gell Dieter.

E Wöschmaschine hät übermässig Schaum produziert, genau gnumme e ganzi Kuchi voll. Wa au ko Wunder war, wemme e ganze Flasche Shampoon inni leert. Und die ganz Nacht send interessante Lehrfilm gloffe.
Kurzum s'war en glungene Usflug.

1997 isch üsern Narrenbomgewinner us Roth am Regen bei Regensburg kumme. Natürlich hond mir au em Max des Bömle persönlich vorbei brocht. Des allerdings erst im Summer und grad zemme mit üserm alljährliche Usflug.
Mir sind au in Roth am Regen vom Max sinnere ganze Famlie bestens empfange und verpflegt worre. Ich erinner mich noch genau a des grosse Zelt, wo extra für üs mit 16 Feldbetten uffgstellt worre isch. Die Bette wared usgrichtet wie a nerre Schnur zoge.

Und natürlich des unvergessene Saustallfest.
De Ei oder Ander vo üs hät spät Nachts - oder wars doch scho ehnder früh am Morge- en längere Fuessmarsch mit notfallmässiger Marscherleichterung hinter sich brocht.
Siet 1994 wörd vo de Holzer des Narreblättle "De Biber isch los" produziert und in alle Hushalt vo Bietinge und Ebringe kostenlos verteilt. Des Heftle war übrigens e Idee vo üserem frühere Holzer Fränk Haug.

Au siet 1994 gibt's de Allefanzorde. Mit dem Orde wörd Desell uszeichnet, wo im vergangene Johr am allefänzigste war. Er wörd am Schmutzige Dunschtig nochem Kuttle-Essä noch geheimer Wahl a on Holzer voliehe.
De Träger dörf de Orde denn bis zum nächste Schmutzige Dunschtig stolz vor sinnere Brust trage.

A derre Stell en kurze Uszug us de Allefanzordenanspruchsberechtigung:
  • Desell, dem mir dä gend,
    dä mo allheg und zu jederä Tag und Nachtziet,
    vor de, a de und noch de Fasnet,
    und des immä bsunders schwerä Mass und zum wiederholte Mal,
    e blödi Schnorrä, öbis degegä, en dummä Lätsch gha oder gmacht ha!
  • Wenn denn desell, dem mir dä gä wend, dä kriegä söt,
    no mo dä geheim gwählt wörrä.
    Kriegä dueten dä, wo onni Stimm me het, wie die,
    wonnen i dem Fall id krieged.
    Hond denn zwei oder me, id onni Stimm weniger, wie desell,
    wonnen kriegä söt, no entscheidet e Stichwahl.
    Wenn des z'lang goht, no tritt Fuessnotä 1) in Kraft!
  • Wennen desell denn het, no monnern, zu jederä Tag und
    Nachtziet a de Fasnet, stolz vor de Bruscht tragä,
    demit diesellä, wos noid wüssed, au sehä könned, dass er s'isch!
  • Er heten denn bis zum Schmutzigä Dunschtig im folgende
    Johr, wonnern denn, suber, poliert und ohni Kuttlerescht,
    dem, wonnen denn kriegt, übergä mo, und wenners selber
    nomal isch.
  • Dä, wonnen denn het, heten id ummäsuscht, denn die,
    wonnen id hond, die hond au mal Durscht.
    Die naturale Schuld mo dä, wonnen het, denn tilgä bis zu
    dem Tag, wo de Hering zuckt uffem Sarg oder neuerdings de Biber de Bach ab goht.
  • Fuessnotä 1)
    Send e gradi Azahl vo Holzerstimmä beienand, no vozichtet de OH oder sin OHStV uff si Stimm, und denn gohts wieder uf!

Über 30 Johr send d'Holzer vo de Helene und em Bruno Hartmann nochem Wecke am Schmutzige Dunschtig mit Brezele, Glühwein und Kaffee bewirtet worre und wörreds immer no. Ich ka eu versichere, i denne zwei Stund, wo mir beim Beppi send, wörd d'Klobrille nie kalt.
Und so Manche hät dürt ufem Sofa au sin dringend benötigte Schlof nochgholt.

Üserne Ehreholzer bliebed immer weng länger, wa sich au scho mehrfach merklich -em Elzacher Wasser sei Dank- uf ihrne Standfestigkeit usgwirkt hät.

Leider hond mir Holzer i de letschte 15 Johr au schmerzhafte Voluscht erleide möse.
Aktive Holzer wie de Josef Frengele, de Ernst Egger, de Georg Heer und de Christian Maier send viel zu früeh vostorbe. Gründungsmitglieder wie de August Wider, de Ernst Bortoli weiled leider au numme unter üs.
Au d'Helene Hartmann ka üs numme die Brezele am Schmutzige Dunschtig schmiere.

Ihne alle wend mir stets e ehrendes Adenken bewahre.
Und mir schwätzed id bloss devo, mir zeigeds au.
Jede Mittwoch vorem Schmutzig Dunschtig gond mir uf de Friedhof und bsueched üsere vostorbene Holzer, Gönnerinnen, Gönner und Freunde.
Als Zeiche üserer Vobundeheit stelled mir Jedem e klei Primele mit em Holzerstempel uffs Grab.

Wa isch aber i de letschte 15 Johr no passiert, usser dass mir alle älter worre send.
Genau, s'Häs hät sich voändered.
Hüt hond mir a de Umzüg en massgeschneiderte grüne Lodekittel, e wiesses Hemd, e Lederhose, e rotes Schultertuech mit ufgsticktem Bomstamm und en Huet a. Und e grosse Axt ghört natürlich au dezue, wemme se denn id vogesse hät.
Vom Fuhrmannskittel hond mir üs gern voabschiedet, war dä doch jedes Johr z'kalt oder z'klei, well de Pullover drunder z'dick war. Au d'Kordbundhose hät usdient und isch durch e strapazierfähige und waschbare Lederhose ersetzt worre.
Und für de Schmutzig Dunschtig giehts etzt e Arbeitshäs mit wiessem Hemd, schwarze Hose, grünem Kittel und schwarzem Käppi.
So liedet d'Lederhose numme so.

Siet de Gründung 1979, hond d'Holzer a jedem Biberschwanzgeflüster mitgwirkt und es isch uns au meistens glunge, sämtliche Holzer uf d'Bühne zu bringe, was üs au immer wichtig war. Am Biberschwanzgeflüster mached mir immer no mit , mit so legendäre Nummere wie:
Sister Act- mit em Ritchie als Woopy Goldberg - Livegesang über stachelige Kaktee und Eierlegende Henne, Barbare mit Spitzätanz, Frösch, wo singed und natürlich de Persiflage uf die Finale Gerstesacknummer: "Die klei Valutinger Nummer".

En Höhepunkt zweifelsohne aber war die Teilnahm am Männerballett-Obed i Wollmatinge.
900 Fraue als Zueschauer und mir mit üserm Stuehltanz debei. Die grosszügig usgstellte Körblegrösse i de vorderschte Zueschauerreihe mond so beenidruckend gsi si, dass de ei oder ander Holzer uf de Bühne glatt vor Nervosität sinni Schritt vogesse hät.
Trotzdem semmer Dritte worre.
Und mir wared bsunders stolz druff, dass mir die einzig Gruppe wared, wo mit me selber erfundene Tanz vo üserer Chef- Choreografin Gine Mayer hond ufftrete dörfe.

Dass hindamal s'Narrebomloch voll Wasser oder Mischt war, isch wohl em Umstand gschuldet, dass mir mit üsenere Uftritt manch Om im wahrschte sinne des Wortes uf d'Füess trete send.
Und au e vereistes Narrebomloch war ko Hindernis für üs. Pünktlich um halbe Fünfe isch s`Wahrzeiche vo de Fasnet, de Narrebom, gstande.

Au üserne Usflüg i verschiedenste Regione Deutschlands, Österreichs und de Schwiez wäred e Füllhorn vo Gschichte. Aber die bliebed unter üs oder besser dürt, wo sie passiert send.

I de letzte paar Johr hommer leider au e paar viel vosprechende Jungholzer wieder go sehä. Des bedured mir natürlich, aber e freut uns um so me, dass e paar vo Ihne hüt Obed üserer Iladung gfolgt send. Dass mir id ganz vogreised, seheder aber au a de neue Gsichter unter de Holzer.
Mit denne Endteenager send mir wieder guet und schubstark ufgstellt.

E Neuerung häts au no gäh: mir hond etzt weibliche Holzer, sogenannte Holzerinnen, im Probejohr.
Do söll no einer sägä, die Fraue-Quote dei id stimme!

Mir hoffed natürlich, dass mir in Zuekunft no wietere Anwärter und Anwärterinnen i üserne Reihe willkomme heisse könned.

So, des wars vo üs a dere Stell.
40 Johr Valutinger Hau- Ruck Holzer: do isch en Hufe passiert.
Und en kleine Auschnitt hond mir vosuecht zemme und Eu vor z'trage. Mir hoffed, ihr hond euern Spass dra gha und danked Eu für Eure Aufmerksamkeit!

Hau- Ruck



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